Orchestra of the Age of Enlightenment 11.05.18 - 25.05.18
Orchestra of the Age of Enlightenment © Eric Richmond HarrisonOn Tour 11.05.18-25.05.18
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Kurzbeschreibung

Die Oper „Der Rosenkavalier“ (1911 in Dresden uraufgeführt) wurde 1925 unter der Regie von Robert Wiene verfilmt. Der Stummfilm wurde mit Original-Musik von Richard Strauss versehen: dabei reduzierte er die Besetzung und ergänzte die Fassung mit neuen Stücken. Die Uraufführung fand unter der Leitung des Komponisten im Januar 1926 statt.

Orchester

Orchestra of the Age of Enlightenment

Vor drei Jahrzehnten warf eine Gruppe neugieriger Londoner Musiker einen gründlichen Blick auf die seltsame Einrichtung, die wir Orchester nennen, und beschloss, noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Als Erstes warfen sie die Regeln über Bord. Ein...

Vor drei Jahrzehnten warf eine Gruppe neugieriger Londoner Musiker einen gründlichen Blick auf die seltsame Einrichtung, die wir Orchester nennen, und beschloss, noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Als Erstes warfen sie die Regeln über Bord. Ein einziger Dirigent am Pult? Niemals. Sich auf das Repertoire einer bestimmten Epoche beschränken? Zu eng gedacht. Ein Werk perfektionieren und dann zum Nächsten übergehen? Zu träge. Damit war das Orchestra of the Age of Enlightenment geboren.

Und während sich dieses bemerkenswerte Ensemble, das auf historischen Instrumenten spielt, zu etablieren begann, gab es sich selbst ein Versprechen. Es schwor sich, sich sein Leben lang zu hinterfragen, sich zu verändern und neu zu erfinden. Die Originalinstrumente sind nur ein Element dieser Suche nach Authentizität. Musik aus Barock und Klassik ist nur ein Teil des Repertoires. Wann immer das musikalische Establishment glaubte, das OAE in eine Schublade stecken zu können, folgte der nächste Schocker: eine Symphonie fantastique hier, ein Bach ohne Dirigent dort. Während die Musiker selbst den Ton angaben.


Zuerst schien es wie ein kleines Wunder. Ideen und Talent gab es im Übermaß, Geld hingegen nicht. Irgendwie überlebte das OAE das erste Jahr. Dann zwei. Dann fünf. Es veröffentlichte bahnbrechende Einspielungen und lockte bedeutende Dirigenten an. Es wurde zur Sensation des europäischen Tourneegeschäfts. Es erhielt renommierte Residencies im Southbank Centre und bei der Glyndebourne Festival Opera. Bald blühte und gedieh es.

Dann folgte die eigentliche Herausforderung. Die Musiker galten als exzentrische Idealisten. Und das wollten sie auch bleiben. Das OAE bewahrte auch gegenüber den großen Namen der Musikindustrie einen kühlen Kopf. Es organisierte sich, blieb aber experimentell. Es bewahrte den Antrieb der Gründungszeit, hieß aber neue Talente willkommen. Es erforschte neue Auftrittsformate, Probemethoden und musikalische Techniken. Es suchte noch entschlossener als zuvor nach dem richtigen Repertoire, den richtigen Instrumenten und Herangehensweisen. Es blieb seinem Schwur treu.

In gewisser Hinsicht hat das OAE auch die Welt der klassischen Musik verändert. Es forderte renommierte Partnerorganisationen heraus und förderte auch in ihnen das Beste zutage. Symphonie- und Opernorchester begannen, seinen Rat einzuholen. Bestehende Orchester für Alte Musik wechselten auf einmal auch Dirigenten und Repertoire. In ganz Europa und Amerika wurden neue Ensembles gegründet.

Und so geht die Geschichte mit noch größerem Elan und größeren Visionen weiter. Die Reihe der nächtlichen Night Shift Konzerte hat neue Maßstäbe gesetzt. Das neue Haus am Londoner Kings Place verstärkte noch die Vielfalt bei Planung und musikalischer Gestaltung. Bedeutende Aufführungen erscheinen beim orchestereigenen Label OAE Released. Das Ensemble hat den Grundstein für einige der bahnbrechendsten jüngeren Inszenierungen in Glyndebourne gelegt und geht im Ausland sowie in ganz Großbritannien auf Tournee. Es wird in New York und Amsterdam umworben, in Birmingham und Bristol geliebt.

Dahinter stehen bemerkenswerte Menschen. Simon Rattle, der junge Dirigent, in den das OAE anfangs so großes Vertrauen setzte, bleibt dem Ensemble verbunden. Iván Fischer, der Visionär, der dem jungen Orchester einige seiner individuellsten Ideen verpasste, fordert es nach wie vor heraus. Mark Elder forscht noch immer nach Strahlkraft, Schatten und Konturen. Vladimir Jurowski, der Techniker auf dem Podium mit seinem unersättlichen Appetit für kreative Erneuerung, hat ihm einige der aufschlussreichsten Klänge der letzten Jahre entlockt. Alle vier teilen sich den Titel Principal Artist.

Unter den Musikern finden sich viele aus der tapferen Anfangszeit; seither sind zahlreiche hinzugekommen. Sie alle wirken begierig und hungrig wie eh und je. Man bezeugt ihnen heute größeren Respekt, doch stellen sie sich weiter selbst in Frage. Denn sie sind stolz darauf, in keine Schublade zu passen. Und genau so wollen sie es haben.

SAISON 2016/2017

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