Royal Concertgebouw Orchestra
© Ronald KnappOrchester
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Biografie

Das königliche Concertgebouworchester ist eines der besten Orchester der Welt. Doch was macht es so besonders? Wieder und wieder haben die Kritiker seinen einzigartigen Klang gelobt, der sich deutlich von tausend anderen unterscheidet. Seine Streicher wurden als „samtig“ bezeichnet, der Klang der Blechbläser als „golden“, das Timbre der Holzbläser als „überaus persönlich“, und das Schlagwerk genießt international einen ausgezeichneten Ruf. Auch die Akustik des von A.L. van Gendt entworfenen Concertgebouw spielt eine wichtige Rolle; kein anderes Orchester klingt so wie das königliche Concertgebouworchester in seinem großen Saal. Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss der Chefdirigenten, von denen es in den vergangenen 125 Jahren nur sechs gegeben hat, wie auch der Musiker selbst. Das königliche Concertgebouworchester hat 120 Mitglieder aus über zwanzig Ländern und funktioniert trotz seiner Größe eher wie ein Kammerorchester, da die Musiker einander sensibel zuhören und eng zusammenarbeiten. Dies erfordert großes Können wie auch gegenseitiges Vertrauen. Die Atmosphäre auf der Bühne, das Verwurzeltsein in Amsterdam und die organisatorische Struktur (im Vorstand des RCO sitzen auch Orchestermitglieder) schaffen eine ideale Ausgangsbasis für herausragende musikalische Leistungen. Die Musiker dürfen glänzen und tragen dennoch Verantwortung für das Orchester als Ganzes. Alle verbindet das Ziel, bei jedem Auftritt höchste Qualität zu bieten, ein Ehrgeiz, der weit darüber hinausgeht, alle Noten perfekt zu spielen. So wird Magie daraus und ein Konzert zu einem wahrhaft unvergesslichen Erlebnis.

Die sechs Chefdirigenten

Im September 2004 wurde Mariss Jansons als sechster Chefdirigent begrüßt. Seine Vorgänger auf diesem Posten waren Willem Kes (Chefdirigent von 1888 bis 1895), Willem Mengelberg (1895–1945), Eduard van Beinum (1945–1959), Bernard Haitink (1963–1988) und Riccardo Chailly (1988–2004). Willem Mengelberg begründete die berühmte Mahler-Tradition des Orchesters. Eduard van Beinum führte die Bruckner-Symphonien und französische Musik ein. Die Weihnachts-Matineen unter Bernard Haitink, die in viele europäische Länder ausgestrahlt wurden, trugen ihm internationales Lob ein. Bernard Haitink wurde 1999 zum Ehrendirigenten ernannt. Riccardo Chailly, seit 2004 Conductor Emeritus, prägte die Programmgestaltung mit zeitgenössischer Musik und Opern. Unter der Leitung von Mariss Jansons hat sich das Orchester sehr auf Bruckner, Mahler, Strauss und Brahms wie auch auf bedeutende Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Schostakowitsch und Messiaen konzentriert und ihnen umfangreiche Projekte gewidmet.

Zusammenarbeit mit Komponisten

Unter der fünfzig Jahre währenden Ära Willem Mengelberg standen häufig bedeutende Komponisten am Pult des Orchesters. Im Laufe der Jahre hat das Ensemble mit Künstlern wie George Benjamin, Oliver Knussen, Tan Dun und Thomas Adès zusammengearbeitet, die in die Fußstapfen anderer dirigierender Komponisten wie Richard Strauss, Gustav Mahler, Claude Debussy, Igor Strawinsky, Bruno Maderna, Witold Lutoslawski, Otto Ketting, Luciano Berio, Pierre Boulez, Hans Werner Henze und John Adams traten.

Repertoire

Die Programmgestaltung ruht auf zwei wesentlichen Säulen: Tradition und Erneuerung. Das Orchester wird seit langem für seine Mahler- und Bruckner-Interpretationen gelobt. Außerdem bietet es eine Anzahl besonderer Konzerttraditionen, wie die Matthäus-Passion und die Weihnachts-Matinee. Hinzu kommt die besondere AAA-Projektreihe (Alive, Adventurous, Alluring - Lebendig, abenteuerlustig, faszinierend), bei der wechselnde Themen die musikalische Gestaltung bestimmen. Das Orchester arbeitet außerdem mit weltbekannten Gastdirigenten und Experten zusammen. Dazu gehört beispielsweise Nikolaus Harnoncourt, Ehren-Gastdirigent seit Oktober 2000, der weitgehend für das Repertoire des 18. Jahrhunderts verantwortlich ist.

Fakten und Zahlen

Das Concertgebouw Orchestra wurde 1888 gegründet. Anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums 1988 erhielt es offiziell die Bezeichnung „Royal“. Jedes Jahr gibt das Ensemble neben mehr als achtzig Konzerten im Concertgebouw Amsterdam weitere vierzig Konzerte in bedeutenden internationalen Sälen und nimmt Residencies in Paris (Salle Pleyel), Brüssel (BOZAR), London (Barbican Centre) und Frankfurt (Alte Oper) wahr. Das Orchester erreicht jährlich um die 250.000 Menschen live, wobei sich diese Zahl durch regelmäßige Rundfunk- und Fernsehauftritte in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Medienpartner AVRO noch deutlich vergrößert. Das königliche Concertgebouworchester hat über 1.100 LPs, CDs und DVDs eingespielt, von denen viele mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. 2004 gründete das Orchester sein eigenes Label RCO Live. Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums 2013 unternahm das Ensemble eine Welttournee, bei der es in einem Jahr sechs Kontinente bereiste, und brachte RCO Editions, eine innovative App für iPad und iPhone, heraus.

 

SAISON 2013/2014

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Tourneen

Royal Concertgebouw OrchestraAndris Nelsons
  • Anne-Sophie Mutter
07.03.2015 - 13.03.2015
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