Orchestre National de France
© Christophe AbramowitzOrchester
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Biografie

Im Jahre 1934 wurde das Orchestre National de France als erstes ständiges Symphonieorchester Frankreichs gegründet. Im Laufe seiner Geschichte, seiner vielfältigen Konzerttätigkeit, seiner zahlreichen französischen und internationalen Uraufführungen, Aufnahmen und Tourneen hat das Orchester mit einer Vielzahl herausragender Künstler zusammengearbeitet, und damit seinen hohen Anspruch unter Beweis gestellt.

Désiré-Emile Inghelbrecht begründete als erster Chefdirigent des Orchesters dessen musikalische Tradition. Nach dem Krieg setzten Manuel Rosenthal, André Cluytens, Roger Désormière, Charles Munch, Maurice Le Roux und Jean Martinon diese Tradition fort. Auf Sergiu Celibidache als Erstem Gastdirigenten in den Jahren 1973 bis 1975 folgte Lorin Maazel, der anschließend zum Musikalischen Leiter des Orchesters avancierte. Von 1989 bis 1998 bekleidete Jeffrey Tate den Posten des Ersten Gastdirigenten und von 1991 bis 2001 Charles Dutoit den des Musikalischen Leiters. Ab September 2002 fungierte Kurt Masur sechs Spielzeiten lang als Musikalischer Leiter des Orchesters.


Seit September 2008 hat nun Daniele Gatti das Amt des Musikalischen Leiters inne. Gemeinsam erarbeiten sie das facettenreiche symphonische Repertoire mit den wichtigsten Werken französischer Komponisten wie Debussy, Ravel und Berlioz sowie das „große Repertoire“ mit kompletten Werk-Zyklen insbesondere von Brahms, Beethoven, Mahler und Tschaikowsky.

Nicht zuletzt der Erfolg auf ihren Auslandstourneen unterstreicht den internationalen Rang des Orchesters. Neben seiner Spielzeit in Paris tritt das Orchestre National de France jedes Jahr auch in großen Städten im Ausland auf. Dieses Jahr spielt es in Essen, Eindhoven, Basel, Zagreb, Mailand, Ravello, Rimini, Udine, Meran, Florenz und Bukarest sowie in Frankreich in Aix-en-Provence, Orange und – anlässlich des Festival de Radio France et Montpellier – selbstverständlich in Montpellier.

Besonders hervorzuheben in dieser Saison ist die Rückkehr in das Maison de la Radio, ein Schwerpunkt-Thema französische Musik, ein zweitägiger Schumann-Marathon, zwei rund um das Thema „Ganz Amerika“ angelegte Konzerte, eine Hommage an den österreichischen Komponisten Richard Strauss aus Anlass seines 150. Geburtstags und so namhafte Künstler wie Bernard Haitink, Fazil Say, Angelika Kirschschlager, Arabella Steinbacher, Viktoria Mullova, Stéphane Denève, Semyon Bychkov, David Afkham, Alexandre Tharaud etc.

Schließlich pflegt das Orchester auch weiterhin seine vor siebzig Jahren geknüpften Verbindungen zum Théâtre des Champs-Elysées und tritt dort vom 16. April bis zum 16. Mai 2015 mit einem Shakespeare-Zyklus auf (zwei Symphoniekonzerte und fünf Aufführungen von Macbeth von Verdi unter der Leitung von Daniele Gatti).

Das Orchestre National de France kann mit Stolz von sich behaupten, einige der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts zur Uraufführung gebracht zu haben, darunter Le Soleil des Eaux von Pierre Boulez, die Turangalila-Symphonie von Messiaen (1950, französische Uraufführung), Déserts von Edgar Varèse und Jonchaies von Iannis Xenakis (1977), sowie von Henri Dutilleux die Werke Première Symphonie (1951), Timbres, Espace, Mouvement (1978), das Violinkonzert L’Arbre des Songes unter Mitwirkung von Isaac Stern (1985), die Nocturne für Violine und Orchester Sur le même accord (2003, französische Uraufführung mit Anne-Sophie Mutter), Correspondances für Stimme und Orchester (2004, Uraufführung der überarbeiteten Fassung) und in jüngster Vergangenheit Le temps l’horloge unter der Leitung von Seiji Ozawa mit Renée Fleming (2008). In der Saison 2013–2014 wurden unter Daniele Gatti in fünf Konzerten sämtliche Symphonien von Beethoven aufgeführt. Bei jedem dieser Konzerte wurde ein von Radio France in Auftrag gegebenes kurzes Stück eines französischen Komponisten (Guillaume Connesson, Bechara El Khoury, Bruno Mantovani, Fabien Waksman, Pascal Zavaro) zur Uraufführung gebracht.

Die Arbeit des Orchesters wird von zahlreichen Aufnahmen begleitet. Zu den jüngsten zählen Le temps L'horloge mit Renée Fleming und Seiji Ozawa, das Album von Marie-Nicole Lemieux „Ne me refuse pas“ (Naïve) und die bei Sony erschienene Einspielung der Werke von Debussy La Mer, Prélude à l'après-midi d'un faune und Images unter der Leitung von Daniele Gatti. Anlässlich des einhundertjährigen Jubiläums der Uraufführung des Sacre du printemps im Théâtre des Champs-Élysées hat das Orchestre National de France – ebenfalls bei Sony – Le Sacre und Petruschka aufgenommen.

Alle Konzerte werden von dem Radiosender France Musique übertragen. Die Ausstrahlung von Videomitschnitten der Konzerte im Internet und auf den TV-Sendern ARTE, France 2, France 3 und Mezzo verleiht den Konzerten eine neue Dimension, die weit über die Grenzen des Konzertsaales hinausreicht.

SAISON 2014/15

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