Orchestre de Chambre de Lausanne
Orchestre de Chambre de Lausanne © Federal StudioOrchester
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Biografie

Das Orchestre de Chambre de Lausanne (OCL) wurde 1942 von dem Violinisten Victor Desarzens gegründet und hat sich seither zu einem der gefragtesten Kammerorchester Europas entwickelt. Der jüngste Geniestreich war die Entscheidung, den Amerikaner Joshua Weilerstein, einen der vielversprechendsten Vertreter der jungen Dirigentengeneration, zum künstlerischen Leiter zu ernennen. Das OCL ist ein klassisches Orchester (ein Ensemble mit etwa vierzig Musikern) in der Tradition der Mannheimer Schule, dessen breites Repertoire vom Frühbarock bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht.

Das OCL erhielt schon früh Einladungen ins Ausland und nimmt bereits seit dem zweiten Jahr am Festival d’Aix-en-Provence teil. Erste Konzerttourneen nach Deutschland und in die Vereinigten Staaten waren überaus erfolgreich, genau wie spätere Auftritte im Théâtre des Champs-Elysées, dem Wiener Musikverein und bei den BBC Proms. Zuletzt gab es bedeutende Gastauftritte im St. Petersburger Mariinski- Theater, beim Rostropovich Festival in Moskau und beim Istanbul Festival. In der Saison 2016/17 wird das Orchester in Rom, Budapest und Wien auftreten.


 

Bei den Konzerten des OCL traten und treten renommierte Solisten und Nachwuchstalente auf: von Clara Haskil, Alfred Cortot, Walter Gieseking und Edwin Fischer bis hin zu Murray Perahia, Radu Lupu, Martha Argerich und Nikolai Lugansky am Klavier; dazu Violinisten wie Arthur Grumiaux und Frank Peter Zimmermann; Cellisten von Paul Tortelier bis hin zu Truls Mørk und Flötisten wie Jean-Pierre Rampal und Emmanuel Pahud. Die ganz großen Namen haben zum Ruf des Orchesters beigetragen, und dass diese Tradition bis heute andauert, zeugt vom Vertrauen, das diese Musiker dem OCL entgegenbringen.

Das OCL zieht schon lange die faszinierendsten Dirigenten an und konnte von deren vielfältigen Einflüssen profitieren. Darunter finden sich Namen wie Günter Wand und Charles Dutoit; Paul Hindemith und Ton Koopman oder Jeffrey Tate und Bertrand de Billy (zurzeit Erster Gastdirigent). Das OCL verfügt über eine eindrucksvolle Diskographie, in der sich die historischen Identität des Orchesters perfekt widerspiegelt. Die Aufnahmen zeugen vom offenen Geist des Ensembles, beginnend mit einer Einspielung sämtlicher Haydn-Opern, die Antal Dorati zwischen 1970 und 1980 aufnahm, bis hin zu den Beethoven-Konzerten mit Christian Zacharias (soeben auf DVD bei Bel Air Media erschienen). Es gibt neue Aufnahmen der Klavierwerke von Schönberg und Webern (mit Heinz Holliger) und von Spohr (mit Paul Meyer). Die erste Einspielung unter Joshua Weilerstein wird sich Strawinsky widmen und bei MDG erscheinen.

Sitz des OCL ist die Salle Métropole im Herzen von Lausanne. Das Orchester ist auch regelmäßig in der Oper von Lausanne zu Gast und dient als bevorzugter musikalischer Partner zahlreicher regionaler Institutionen wie des Konservatoriums Lausanne, des Auditorium Stravinski in Montreux, der Pierre Gianadda Foundation in Martigny, des Festival Avenches Opéra und des Concours Clara Haskil in Vevey. Zudem arbeitet das OCL seit langem mit Radio Télévision Suisse (RTS) zusammen und hat für den Sender Konzerte gegeben und Musik arrangiert. Im Gegenzug profitiert das OCL von den weitreichenden nationalen und europäischen Verbindungen von RTS. Im Rahmen dieser Partnerschaft zeichnet Espace 2, das Kulturradio von RTS, die Konzerte des OCL auf und stellt sie auf der Website www.espace2.ch zur Verfügung.

Das OCL verdankt sein hohes Ansehen den Konzerten mit renommierten Solisten und Dirigenten, vor allem aber auch der starken Identität, die seine wenigen künstlerischen Leiter herausgebildet haben. Es begann mit Victor Desarzens (1942-1973), der das OCL gründete und ihm durch den unermüdlichen Einsatz für Schweizer Komponisten (allen voran Frank Martin) seinen Stempel aufdrückte. Auf ihn folgte Armin Jordan (1973-1985), der das OCL mit seinen Einspielungen für Philips und Erato weltbekannt machte. Danach kamen Lawrence Foster (1985-1990), Jesús López Cobos (1990-2000) und Christian Zacharias (2000-2013), der einen herausragenden Zyklus mit Klavierkonzerten von Mozart für MDG einspielte. Und nun, im Jahre 2015, hat Joshua Weilerstein erklärt, er wolle das Werk seiner Vorgänger fortsetzen und das OCL mit kühnen Programmen und der effizienteren Nutzung neuer Medien ins 21. Jahrhundert führen.

SAISON 2016/2017

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Tourneen

Orchestre de Chambre de LausanneJoshua Weilerstein
  • Lucas Debargue
22.11.19 - 01.12.19
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