Filarmonica della Scala
© Silvia LelliOrchester
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Biografie

Die Filarmonica della Scala wurde 1982 von Claudio Abbado und den Musikern der Mailänder Scala gegründet, um ein symphonisches Repertoire aufzubauen und der großen Operntradition des Hauses eine weitere Dimension hinzuzufügen. Im folgenden Jahr gründete die Filarmonica einen separaten Verein. Carlo Maria Giulini dirigierte das Orchester in über 90 Konzerten und unternahm mit ihm die ersten Auslandstourneen. Von 1987 bis 2005 trug Riccardo Muti als Chefdirigent dazu bei, dass sich das Ensemble künstlerisch weiterentwickelte und sich als regelmäßiger Gast in den renommiertesten internationalen Konzertsälen etablieren konnte. Das Orchester pflegte eine fruchtbare Zusammenarbeit mit einigen der bedeutendsten zeitgenössischen Dirigenten wie Georges Prêtre, Lorin Maazel und Wolfgang Sawallisch, die in den Anfangsjahren mit dem Ensemble arbeiteten. Im Laufe der Zeit folgten wichtige Beiträge von Leonard Bernstein, Semyon Bychkov, Myung-Whun Chung, James Conlon, Gustavo Dudamel, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Philippe Jordan, Zubin Mehta, Gianandrea Noseda, Seiji Ozawa, Antonio Pappano, Gennadi Roschdestwenski, Esa-Pekka Salonen, Giuseppe Sinopoli, Yuri Temirkanov und Franz Welser-Möst. Seit 2006 arbeitet die Filarmonica verstärkt mit Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Daniel Harding, Daniele Gatti und Valery Gergiev zusammen.


Die Filarmonica bietet eine eigenständige Konzertsaison und wirkt im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Opernhaus an der symphonischen Saison der Scala mit. Außerdem nimmt das Ensemble an zahlreichen Tourneen teil und hat seit seiner Gründung in mehr als 450 Konzerten im Ausland gespielt. Im vergangenen Jahrzehnt hat die Filarmonica mehr Konzerte im Ausland gegeben als jedes andere italienische Orchester, wobei es das Profil der italienischen Musik international gestärkt hat.

Meilensteine der letzten Jahre waren u.a. das Debüt des Orchesters in den USA unter der Leitung von Riccardo Chailly im Jahr 2007 und in China unter der Leitung von Myung-Whun Chung im Jahr 2008, demselben Jahr, in dem das Orchester unter der Leitung von Daniele Gatti auch in den Wiener Musikverein zurückkehrte. Im Jahr 2009 gastierte die Filarmonica mit Daniel Barenboim als Dirigent erstmals in der Berliner Philharmonie und kehrte zusammen mit Pierre Boulez und Maurizio Pollini nach Paris zurück. 2010 reiste das Orchester erneut nach Asien und spielte bei der Expo in Shanghai, wobei es von Semyon Bychkov dirigiert wurde, und gastierte unter der Leitung von Diego Matheuz abermals in Berlin. Während seiner Konzertreisen im Jahre 2011 wurde die Filarmonica von Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, Daniel Harding, Gianandrea Noseda und Georges Prêtre geleitet. 2012 dirigierte Daniel Barenboim Konzerte in Paris, Berlin und Frankfurt, während Daniel Harding mit dem Orchester in Dresden und Bonn auftrat. Weitere Auftritte führten die Filarmonica zum White Nights Festival in St. Petersburg unter Leitung von Valery Gergiev und mit Fabio Luisi nach Deutschland. Die Konzertreisen 2013 wurden von Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, James Conlon, Christoph Eschenbach, Fabio Luisi und Andrés Orozco-Estrada geleitet. Der Spielplan für 2014 sieht Konzerte in Österreich, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Spanien und der Schweiz unter der Leitung von Riccardo Chailly, Myung-Whun Chung, Daniel Harding und Fabio Luisi vor.

Die Filarmonica hat bisher neue Werke bei Giorgio Battistelli, Carlo Boccadoro, Azio Corghi, Luis de Pablo, Pascal Dusapin, Peter Eötvös, Ivan Fedele, Matteo Franceschini, Luca Francesconi, Salvatore Sciarrino, Giovanni Sollima und Fabio Vacchi in Auftrag gegeben.

Das Orchester setzt sich traditionell dafür ein, jüngere Generationen mit Musik vertraut zu machen, und bietet offene Konzertproben für Schulen an. Die Initiative „Sound, Music!” ist speziell auf Grundschulkinder zugeschnitten. Außerdem unterhält das Ensemble seit vielen Jahren enge Verbindungen zu wichtigen wissenschaftlichen Einrichtungen und ehrenamtlichen Organisationen in Mailand und organisiert für sie offene Proben und Benefizkonzerte. Zudem nimmt es regelmäßig am MiTo Festival teil, wo es einem sehr großen Publikum symphonische Werke vorstellt. Am 2. Juni 2013 wohnten über 50.000 Menschen dem Konzert unter der Leitung von Riccardo Chailly auf dem Domplatz in Mailand bei.

Die Filarmonica hat bereits eine beachtliche Anzahl von Einspielungen für Sony, Decca und EMI aufgenommen, darunter das bei Decca erschienene Album „Viva Verdi“ mit Riccardo Chailly, auf dem das Jubiläum zum 200. Geburtstag des Komponisten gefeiert wird.

Die Konzerte der Filarmonica werden häufig von RAI aufgezeichnet und im Fernsehen ausgestrahlt oder live von RAI Radio3 und medici.tv übertragen; seit 2012 finden zudem Übertragungen weltweit in Kinosäle statt.

Die Aktivitäten der Filarmonica della Scala werden nicht aus öffentlichen Mitteln gefördert, aber das Orchester erhält Unterstützung durch den Hauptsponsor UniCredit.

SAISON 2013/2014

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