Boston Symphony Orchestra
© Michael LutchOrchester
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Biografie

1881 gab das Boston Symphony Orchestra, das gerade seine 134. Saison erlebt, sein Gründungskonzert und verwirklichte damit den Traum seines Gründers, des Bürgerkriegsveteranen, Geschäftsmannes und Philanthropen Henry Lee Higginson, der sich für seine Heimatstadt Boston ein eigenes bedeutendes Orchester wünschte. Heute erreicht das BSO Millionen von Zuhörern und das nicht nur durch Konzertauftritte in Boston und Tanglewood, sondern auch über Internet, Radio, Fernsehen, Bildungsprogramme, Einspielungen und Tourneen. Es vergibt Auftragsarbeiten an die wichtigsten zeitgenössischen Komponisten. Die Sommersaison in Tanglewood zählt zu den bedeutendsten internationalen Musikfestivals. Mit den BSO Youth Concerts sichert sich das Orchester sein Publikum der Zukunft und erreicht mit den Bildungsprogrammen ganz Boston. In der Tanglewood-Saison betreibt es außerdem das Tanglewood Music Center, eine der besten Ausbildungsstätten für professionelle Nachwuchsmusiker. Die weltbekannten Boston Symphony Chamber Players bestehen aus Musikern des BSO, während das Boston Pops Orchestra im Bereich der leichteren Muse internationale Maßstäbe setzt.

Mit sieben Millionen Aufrufen jährlich ist die seit 1996 bestehende Website des BSO, bso.org, die größte und am häufigsten besuchte Orchester-Homepage in den Vereinigten Staaten. Das BSO ist auch auf Facebook und Twitter zu finden, die Videoinhalte sind bei YouTube verfügbar. Die Erweiterung des Bildungsprogramms trägt ebenfalls dazu bei, Engagement und Präsenz des BSO innerhalb der Stadt Boston zu stärken. Durch die Education and Community Engagement Programme gibt das BSO einem breit gefächerten Publikum die Möglichkeit, eine Beziehung zu BSO und Orchestermusik aufzubauen und zu vertiefen. Außerdem bietet das BSO eine Reihe kostenloser Bildungsveranstaltungen in der Symphony Hall und in Tanglewood wie auch spezielle Kinder- und Jugendinitiativen.

Das Boston Symphony Orchestra gab sein Eröffnungskonzert am 22. Oktober 1881 unter der Leitung von Georg Henschel, der bis 1884 Dirigent blieb. Fast zwanzig Jahre lang fanden die Konzerte des BSO in der alten Boston Music Hall statt, bevor am 15. Oktober 1900 die Symphony Hall, einer der ehrwürdigsten Konzertsäle der Welt, eröffnet wurde. Auf Georg Henschel folgten die in Deutschland geborenen und ausgebildeten Dirigenten Wilhelm Gericke, Arthur Nikisch, Emil Paur und Max Fiedler, eine Entwicklung, die ihren Höhepunkt in der Ernennung des legendären Karl Muck fand, der das Orchester von 1906 bis 1908 und von 1912 bis 1918 leitete. 1915 unternahm das BSO seine erste Transkontinentalreise, als es bei der Panama-Pacific International Exposition in San Francisco dreizehn Konzerte gab. Auf Henri Rabaud, Dirigent seit 1918, folgte ein Jahr später Pierre Monteux. Diese Personal­entscheidungen markieren den Beginn einer französischen Tradition, die auch während der Amtszeit des in Russland geborenen Serge Koussevitzky (1924-1949) durch das Engagement vieler in Frankreich ausgebildeter Musiker fortgesetzt wurde.

1936 dirigierte Serge Koussevitzky das Orchester bei den ersten Konzerten in den Berkshires; ein Jahr später bezog er mit seinen Musikern die Sommerresidenz in Tanglewood. Serge Koussevitzky war ein leidenschaftlicher Verfechter von Major Higginsons Traum einer „guten ehrlichen Schule für Musiker“, der 1940 mit der Gründung des Berkshire Music Center (dem heutigen Tanglewood Music Center) Wirklichkeit wurde.

Auf Serge Koussevitzky folgte 1949 Charles Munch, der weiterhin zeitgenössische Komponisten unterstützte, viele französische Werke ins Repertoire aufnahm und das BSO bei seinen ersten internationalen Tourneen begleitete. 1956 trat das BSO unter der Leitung von Charles Munch als erstes amerikanisches Orchester in der Sowjetunion auf. Erich Leinsdorf wurde 1962 Music Director, auf ihn folgte 1969 William Steinberg. 1972 wurde Seiji Ozawa 13. Music Director und beendete seine historische 29-jährige Amtszeit 2002, als er Ehren-Music Director wurde. Nach der Normalisierung der Beziehungen zu China unternahm das BSO 1979 unter Seiji Ozawa als erstes amerikanisches Orchester eine Tournee aufs chinesische Festland.

Bernard Haitink, Erster Gastdirigent seit 1995 und Conductor Emeritus seit 2004, hat das BSO in Boston, New York, Tanglewood, auf Europatourneen und im Aufnahmestudio dirigiert. Frühere Erste Gastdirigenten waren unter anderem Michael Tilson Thomas von 1972 bis 1974 und der verstorbene Sir Colin Davis von 1972 bis 1984.

Der erste gebürtige Amerikaner in der Position des Music Directors war James Levine von 2004 bis 2011. James Levine dirigierte das Ensemble in breit gefächterten Programmen, die auch Auftragsarbeiten amerikanischer Komponisten zum 125-jährigen Jubiläum des Orchesters umfassten, brachte eine Anzahl von Live-Aufnahmen beim orchestereigenen Label BSO Classics heraus, unterrrichtete im Tanglewood Music Center und unternahm mit dem BSO 2007 eine überaus erfolgreiche Tournee zu europäischen Festivals. Im Mai 2013 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Boston Symphony Orchestra, als der international gefeierte junge lettische Dirigent Andris Nelsons als nächster Music Director vorgestellt wurde. Er hat seinen Posten mit der Saison 2014/2015 übernommen, nachdem er ein Jahr lang Music Director Designate war.

Bis heute verwirklicht und erweitert das Boston Symphony Orchestra die Visionen seines Gründers Henry Lee Higginson, und zwar nicht nur durch Konzerte, Bildungsprogramme und Internetpräsenz, sondern auch durch den zunehmenden Einsatz virtueller und elektronischer Medien, in dem sich die Offenheit des BSO gegenüber der modernen, stets im Wandel begriffenen Welt des 21. Jahrhunderts spiegelt.

 

SAISON 2014/2015

 

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Tourneen

Boston Symphony OrchestraAndris Nelsons
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  • Yo-Yo Ma
20.08.2015 - 05.09.2015
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  • Kristine Opolais
02.05.2016 - 12.05.2016
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